Messenger-Apps haben sich zum bevorzugten Kanal von Cyberkriminellen entwickelt, um Nutzer zu täuschen. In den letzten Wochen haben die Nationalpolizei und die Guardia Civil vor verschiedenen Betrugskampagnen gewarnt, die über WhatsApp kursieren. Allen gemeinsam ist, dass es sich um Identitätsdiebstahl und psychischen Druck handelt, um an persönliche Daten oder Geld zu gelangen.
Von als Hotelangebote getarnten Nachrichten bis hin zu Fotos, die nur einmal angesehen werden dürfen und Erpressung verbergen – Betrüger verfeinern ständig ihre Methoden, um ihre Täuschungen immer glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Der Schlüssel liegt in der Erzeugung von Dringlichkeit und Angst , zwei Emotionen, die Kriminelle ausnutzen, um ihre Opfer zu unüberlegten Handlungen zu verleiten.
Die am häufigsten von Betrügern angewandten Techniken
Laut der Nationalpolizei gehört eine der neuesten Methoden dazu, ein als privat gekennzeichnetes Foto zu versenden. Beim Öffnen des Fotos beschuldigt der Absender das Opfer, ein privates Bild angesehen zu haben, und setzt es psychisch unter Druck, gegebenenfalls auch durch Drohungen mit rechtlichen Konsequenzen. Ziel ist es, Angst zu schüren, um eine Zahlung zu erzwingen und so ein nicht existierendes Problem zu lösen.
Die Guardia Civil hat in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für Cybersicherheit (INCIBE) vor Betrugsmaschen gewarnt, bei denen sich Betrüger als Hotels und Unterkünfte ausgeben. Die Kriminellen versenden Nachrichten mit echten Buchungsdaten – Name, Reisedaten, Buchungsnummer – und warnen davor, dass der Aufenthalt storniert wird, falls die Bestätigung über einen gefälschten Link nicht erfolgt. Diese gefälschte Website dient dem Diebstahl von Bank- und persönlichen Daten.

Eine weitere, laut Cybersicherheitsexperten wie Kaspersky zunehmend verbreitete Methode ist das Versenden schädlicher Dateien über zuvor kompromittierte WhatsApp-Konten. Diese Dateien sehen aus wie Rechnungen, Kontoauszüge oder Mahnungen und installieren nach dem Öffnen eine Fernsteuerungssoftware auf dem Gerät. Das Vertrauen in einen bekannten Kontakt ist der perfekte Köder, um das Opfer im Unklaren zu lassen.
Darüber hinaus ist Identitätsdiebstahl mithilfe von Profilbildern nach wie vor eine gängige Betrugsmasche. Betrüger laden das Bild eines Kontakts herunter, erstellen ein Konto mit einer anderen Telefonnummer und geben sich als diese Person aus, um Familie und Freunde um Geld oder Informationen zu bitten. Die erste Nachricht ist meist harmlos , beispielsweise die Benachrichtigung über eine neue Telefonnummer, um keinen Verdacht zu erregen.
Ratschläge von Behörden, wie man Betrügern nicht zum Opfer fallen kann
Sowohl die Nationalpolizei als auch die Guardia Civil sind sich einig, dass Vorbeugung der beste Schutz ist. Wenn Sie eine unerwartete Nachricht erhalten, sollten Sie als Erstes keine Links öffnen oder Dateien von unbekannten Absendern herunterladen. Antworten Sie auch nicht und geben Sie keine persönlichen Daten oder Bankinformationen preis. Seien Sie besonders vorsichtig bei Telefonnummern, die Sie nicht annehmen sollten.
Wenn die Nachricht von einem bekannten Unternehmen oder Dienst zu stammen scheint, überprüfen Sie am besten den Status Ihrer Buchung oder Ihres Angebots über offizielle Kanäle , z. B. über die Website oder App, über die Sie den Kauf getätigt haben. Verwenden Sie niemals die in der verdächtigen Nachricht angegebene Telefonnummer oder den Link.

Experten betonen außerdem, wie wichtig es ist, die WhatsApp-Datenschutzeinstellungen zu optimieren . Dazu gehört, einzuschränken, wer Ihr Profilbild sehen kann, zu verhindern, dass Fremde Sie zu Gruppen hinzufügen, und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Diese Maßnahmen erschweren es Kriminellen erheblich, sich als Sie auszugeben oder Zugriff auf Ihr Konto zu erlangen.
Eine weitere häufige Empfehlung lautet, bei Jobangeboten oder Beförderungen, die per SMS eingehen und schnelles Einkommen für einfache Aufgaben versprechen, vorsichtig zu sein. Betrüger zahlen oft zunächst kleine Beträge, um Vertrauen zu gewinnen, und fordern dann weitere Einzahlungen, um die angeblichen Einnahmen freizuschalten.
Was tun, wenn Sie bereits Opfer geworden sind?
Wenn Sie auf einen Link geklickt oder Bankdaten angegeben haben, sollten Sie sich umgehend an Ihr Finanzinstitut wenden, um den Vorfall zu melden und Ihre Kontobewegungen zu überprüfen. Bewahren Sie außerdem alle Beweise für den Betrug auf: Screenshots, Telefonnummern, Links und Zahlungsbelege.
Die Behörden empfehlen, eine Beschwerde bei den Sicherheitskräften einzureichen und, falls Rat benötigt wird, die kostenlose und vertrauliche Cybersecurity-Helpline 017 von INCIBE anzurufen.

Darüber hinaus ist es unerlässlich, den Absender zu blockieren und den Chatverlauf zu löschen, um weitere Angriffe zu verhindern. Falls Fernwartungsprogramme wie TeamViewer installiert wurden, sollten diese umgehend deinstalliert und alle Passwörter für Bankkonten und E-Mail-Konten geändert werden.
Vorbeugung ist nach wie vor das wirksamste Mittel. Ruhe bewahren, verdächtige Nachrichten überprüfen und sich nicht von der Hektik leiten lassen – diese Gewohnheiten können entscheidend dafür sein, ob man Opfer wird oder Betrug vermeidet. Die Behörden weisen darauf hin, dass sich Cyberkriminelle ständig weiterentwickeln, doch Vorsicht und Information sind der beste Schutz.
