Brüssel fordert von Google, Android für KI-Wettbewerbe zu öffnen

  • Die Europäische Kommission wendet den Digital Markets Act an, um zu verhindern, dass Android Gemini gegenüber anderen KIs bevorzugt.
  • Brüssel möchte, dass konkurrierende KI-Dienste gleichen Zugang zur Hardware, Software und den Schlüsselfunktionen des Systems haben.
  • Google nennt Sicherheitsrisiken, Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und steigende Kosten, falls Android umfassend geöffnet wird.
  • Das Verfahren umfasst eine öffentliche Konsultation und kann bei Nichteinhaltung zu Strafen von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes führen.

Europäische Regelungen zu Android und künstlicher Intelligenz

Brüssel hat sich auf Folgendes konzentriert Android und die Integration künstlicher Intelligenz auf Mobilgeräten und hat Google eine klare Botschaft gesendet: Das Betriebssystem kann seine fortschrittlichsten Funktionen nicht länger fast ausschließlich Gemini, dem eigenen KI-Assistenten, vorbehalten. Die Europäische Kommission ist der Ansicht, dass in seiner jetzigen Form das Betriebssystem nicht mehr zeitgemäß ist. Android-Ökosystem Es schränkt den Wettbewerb ein und verringert die realen Wahlmöglichkeiten der Nutzer innerhalb der Europäischen Union.

E vorläufige Schlussfolgerungen Im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte (DMA) schlägt die Europäische Kommission eine Reihe von Verpflichtungen vor, um sicherzustellen, dass KI-Dienste von Drittanbietern gleichberechtigt und tief in Google-Tools integriert werden können. Dabei geht es nicht nur um die Installation einer weiteren App, sondern um den Zugriff auf denselben Funktionsumfang des Systems – von der Sprachsteuerung über die Interaktion mit anderen Anwendungen bis hin zum Zugriff auf wichtige Geräteressourcen.

Brüssel wünscht sich ein Android-System, das wirklich offen für KI von Drittanbietern ist.

Android ist offen für Wettbewerb im Bereich KI-Dienste

Ausgangspunkt der Kommission ist, dass Android, so wie es heute funktioniert, begünstigt Gemini deutlich. und andere Google-Dienste im Vergleich zu rivalisierende Assistenten Beispiele hierfür sind ChatGPT, Copilot oder europäische Modelle wie Mistral. Die Aufsichtsbehörden vermuten, dass das Unternehmen seiner KI durch spezielle Systemberechtigungen, privilegierte APIs und exklusive Integrationen, die anderen nicht zur Verfügung stehen, einen „Überholpfad“ reserviert hat.

Brüssel argumentiert daher, dass jede Ein konkurrierender KI-Dienst kann mit Apps interagieren Das Gerät soll über dieselbe Funktionalität wie Googles KI verfügen. Die Idee ist, dass ein alternativer Assistent alltägliche Aufgaben wie das Versenden von E-Mails aus der bevorzugten App des Nutzers, die Kalenderverwaltung, die Essensbestellung oder das Teilen von Fotos mit Freunden erledigen kann, ohne durch technische Barrieren eingeschränkt zu sein.

Wenn ein Nutzer in Europa heute auf seinem Android-Telefon einen anderen Sprachassistenten als Gemini verwendet, … hat nicht das gleiche ZugriffsniveauEs weist mehr Probleme mit der Sprachsteuerung auf, lässt sich nicht so effektiv in andere Anwendungen auf dem Gerät integrieren und kann bestimmte Systemfunktionen nicht ausführen. Für die Kommission hat diese Ungleichbehandlung direkte Auswirkungen auf den Wettbewerb, da Alternativen dadurch weniger attraktiv erscheinen, selbst wenn sie technisch gleichwertig sind.

Die europäische Regulierungsbehörde möchte außerdem, dass die Nutzer in der Lage sind, Drittanbieter-Assistenten mithilfe benutzerdefinierter „Auslösewörter“ aktivierenGenau wie es Google Assistant mittlerweile vormacht. Ziel ist es, die Nutzung konkurrierender Lösungen so reibungslos wie möglich zu gestalten und jeder KI ein ebenso nahtloses sprachgesteuertes Erlebnis wie Gemini zu ermöglichen.

Darüber hinaus unterstreicht der Vorschlag die Notwendigkeit für Anbieter künstlicher Intelligenz, effektiver Zugriff auf Gerätehardware und -software Android: Mikrofone, Kameras, Sensoren, Rechenressourcen und Systemberechtigungen, die heute laut Brüssel für Googles Tools viel eher erreichbar wären als für die seiner Konkurrenten.

Verpflichtungen gemäß dem Gesetz über digitale Märkte

Der Digital Markets Act gilt für Google und Android.

Dieses gesamte Maßnahmenpaket basiert auf der Gesetz über digitale Märkte (DMA)Die europäischen Verordnungen zielen darauf ab, die Marktmacht großer digitaler „Gatekeeper“ wie Google, Meta, Apple und Amazon einzuschränken. Insbesondere im Hinblick auf Android und KI leitete die Kommission Ende Januar 2026 zwei förmliche Verfahren ein, um zu prüfen, ob Google seine marktbeherrschende Stellung im Mobilbereich nutzt, um Gemini gegenüber seinen Wettbewerbern zu bevorzugen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob das Unternehmen seinen eigenen Assistenten eine Vergütung gewährt. Systemberechtigungen und APIs, die nicht zu gleichen Bedingungen angeboten werden zu anderen Diensten sowie privilegiertem Zugriff auf Daten, die durch Suchanfragen und Gerätenutzung generiert werden. Brüssel will verhindern, dass sich ein faktisches Monopol etabliert, bevor der Markt ausgereift ist und KI zur neuen Kernschicht mobiler Geräte wird.

Zu den in Betracht gezogenen Verpflichtungen gehört diejenige mit dem Namen obligatorische InteroperabilitätGoogle muss Drittanbietern von KI-Lösungen denselben Zugriff auf wichtige Android-Funktionen ermöglichen wie Gemini. Dies ist keine bloße symbolische Geste, sondern soll sicherstellen, dass Drittanbieter dieselben technischen Möglichkeiten nutzen können, um tief integrierte KI-Erlebnisse auf Smartphones und Tablets zu schaffen.

Parallel dazu und im Rahmen desselben Rechtsrahmens hat die Kommission auch Maßnahmen vorgeschlagen, um konkurrierende Suchmaschinen zu verhindern, darunter Dienste mit Chatbots und KI-gestützten SuchfunktionenSie können auf bestimmte anonymisierte Daten der Google-Suche zugreifen. Ziel ist es, diese Daten zur Schulung von Modellen der künstlichen Intelligenz und zur Verbesserung ihrer Ergebnisse zu nutzen, um so glaubwürdigere Alternativen zur führenden Suchmaschine zu schaffen.

Die Vorschläge folgen auf eine lange Geschichte von Spannungen zwischen Brüssel und GoogleDas Unternehmen wurde im letzten Jahrzehnt bereits wegen wettbewerbswidriger Praktiken, wie der Bevorzugung eigener Preisvergleichsportale oder der erzwungenen Installation eigener Apps auf Android-Geräten, mit Millionenstrafen belegt. Der Unterschied diesmal besteht darin, dass die Europäische Union versucht, die Schließung des Marktes für mobile KI zu verhindern, anstatt erst einzugreifen, nachdem der Schaden bereits entstanden ist.

Auswirkungen auf Google-Nutzer und Wettbewerber in Europa

Für die EU-Bürger ist die von Brüssel angestrebte Veränderung von großer Bedeutung: Sollten die Maßnahmen wie vorgeschlagen umgesetzt werden, Ein Android-Telefon in Spanien oder einem anderen europäischen Land könnte ganz anders funktionieren. Im Hinblick auf KI hätte der Benutzer mehr Freiheit bei der Wahl des standardmäßig zu verwendenden Assistenten und bei der Festlegung, wie tief dieser in das System integriert werden soll.

Die Kommission besteht darauf, dass die Absicht darin besteht, dass jede Person Konfigurieren Sie Ihr Telefon mit dem KI-Dienst, der am besten zu Ihren Bedürfnissen und Werten passt.ohne aufgrund mangelnder praktischer Alternativen gezwungen zu sein, sich für Gemini zu entscheiden. Regulierungsbehörden sprechen von „tief integrierten“ KI-Erlebnissen sowohl für Google als auch für Drittanbieter-Tools, was theoretisch zu mehr Vielfalt und geringerer Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter führen sollte.

Die größten potenziellen Nutznießer wären die konkurrierende KI-Assistenten wie ChatGPT oder CopilotDies kommt auch europäischen Modellen und spezialisierten Startups zugute, denen es bisher schwerer fiel, Dienste anzubieten, die sich ebenso nahtlos in das Betriebssystem integrieren lassen. Die Möglichkeit, dieselben APIs, Berechtigungen und Ressourcen wie Gemini zu nutzen, eröffnet wettbewerbsfähigere Lösungen und innovativere Ansätze, die nicht auf einfache, isolierte Anwendungen beschränkt bleiben.

Auch sie würden davon profitieren. Alternative Suchmaschinen mit Fokus auf Datenschutz oder in spezifischen Nischen, die anonymisierte Suchanfragen und Klickmuster nutzen könnten, um ihre KI-Algorithmen zu verbessern. All dies soll laut Brüssel mittelfristig zu einem vielfältigeren europäischen digitalen Ökosystem mit geringerer Abhängigkeit von einem einzelnen Technologiekonzern führen.

Aus industriepolitischer Sicht betrachtet die Europäische Union diese Öffnung als eine Chancen für KI-Unternehmen jeder GrößeInsbesondere europäische Unternehmen, die technologisch mit Google konkurrieren könnten. Die Kommission betont, dass KI-Innovationen nicht in den Händen einiger weniger US-amerikanischer multinationaler Konzerne verbleiben, sondern auf ein breiteres Netzwerk von Unternehmen verteilt werden sollten.

Googles Antwort: Sicherheit, Datenschutz und Kosten

Google seinerseits hat seine deutliche Ablehnung der von der Kommission vertretenen Linie zum Ausdruck gebracht. Das Unternehmen beharrt darauf, dass Android ist bereits ein offenes Ökosystem.In diesem System haben Gerätehersteller die Freiheit, selbst zu entscheiden, welche Dienste sie integrieren und wie. Laut ihrer Darstellung gibt es keine vollständige Wettbewerbsbehinderung, sondern vielmehr ein notwendiges Gleichgewicht zwischen Offenheit und Systemintegrität.

Zu den Argumenten, die das Unternehmen am häufigsten vorbringt, gehört folgendes: Sicherheit und Datenschutz europäischer NutzerFührungskräfte und Berater von Google bezeichneten die Intervention Brüssels als „ungerechtfertigt“ und warnten davor, dass die Zulassung mehrerer KI-Systeme von Drittanbietern zum Zugriff auf kritische Gerätefunktionen das Risiko von Sicherheitslücken, Datenlecks oder dem Missbrauch sensibler Informationen erhöhen könnte.

Das Unternehmen fügt hinzu, dass eine übermäßige Öffnung des Zugangs zu Hardware, Software und bestimmten Systemberechtigungen Dies könnte die Kosten unnötig erhöhen. Dies ist mit der Aufrechterhaltung einer sicheren und stabilen Plattform verbunden. Aus dieser Perspektive würden die Fragmentierung von KI-Integrationen und die Zunahme von Akteuren mit weitreichendem Systemzugriff den Benutzerschutz und die Verhinderung von Missbrauch erschweren.

Google hat sich ebenfalls besorgt über die Forderungen geäußert. Daten im Zusammenhang mit Suchanfragen teilenSelbst wenn die Informationen aggregiert oder anonymisiert werden, argumentiert das Unternehmen, dass diese Daten besonders sensible Anfragen zu Gesundheit, Finanzen und Privatleben enthalten, und befürchtet, dass die Weitergabe dieser Daten an Dritte das Vertrauen der Nutzer in seine Dienste untergraben könnte.

Dennoch hält die Kommission daran fest, dass Interoperabilität ist unerlässlich, um das volle Potenzial der KI auszuschöpfen. Im mobilen Umfeld. Brüssel weist darauf hin, dass der Schutz des Wettbewerbs ein ebenso wichtiges Ziel ist wie die technische Sicherheit und dass es möglich ist, einen Zugangsrahmen zu entwerfen, der Risiken minimiert, ohne das Ökosystem effektiv um einen einzelnen Anbieter abzuschirmen.

Zeitplan, öffentliche Anhörung und mögliche Sanktionen

Der Prozess befindet sich noch in der Vorphase, aber mit klaren FristenDie Kommission hat eine öffentliche Konsultation für Google, andere Technologieunternehmen und weitere Interessengruppen eröffnet, um Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Maßnahmen einzureichen. Die Frist für die Einreichung von Stellungnahmen zu Android und der Integration von KI verlängert sich in einigen Fällen bis zum 13. Mai 2026.

Von dort aus wird die Europäische Kommission alle Beiträge auswerten und in der Lage sein, die Verpflichtungen anpassen oder präzisieren vor dem Erlass einer endgültigen Entscheidung. Der von der Kommission selbst festgelegte Zeitplan sieht vor, dass die endgültige Entschließung innerhalb von höchstens sechs Monaten nach Eröffnung des Verfahrens veröffentlicht werden muss, was den Stichtag auf etwa Ende Juli 2026 festlegt.

Die von Brüssel getroffene Entscheidung wird darüber entscheiden, ob Google die von der DMA auferlegten Verpflichtungen im Bereich der mobilen künstlichen Intelligenz erfüllt oder ob im Gegenteil Es müssen zusätzliche Änderungen in Android vorgenommen werden. Um einen offeneren Zugang zu seinen Funktionen zu gewährleisten. Sollte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Bestimmungen nicht ausreichend eingehalten werden, könnte sie ein Vertragsverletzungsverfahren gemäß dem Gesetz über digitale Märkte selbst einleiten.

Die potenziellen wirtschaftlichen Folgen sind nicht unerheblich: jede Schwere Verstöße gegen die DMA-Vorschriften können Geldbußen von bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen. vom betroffenen Unternehmen. Im Falle eines Giganten wie Google sprechen wir von Millionenbeträgen, die zu den bereits von der Europäischen Union in anderen Bereichen verhängten historischen Sanktionen hinzukommen würden.

Gleichzeitig trägt der Fall Android und Gemini zu anderen jüngsten regulatorischen Belastungen in Europa bei, wie beispielsweise den Anweisungen bezüglich mehr Zugang zu konkurrierenden Suchmaschinen gewähren oder Vergleiche mit ähnlichen laufenden Verfahren gegen andere große Technologieunternehmen, beispielsweise Meta und die Integration von KI-Chatbots in WhatsAppDie zugrundeliegende Botschaft lautet, dass die EU eine Wiederholung des Musters geschlossener Märkte und dominanter, schwer angreifbarer Positionen in der neuen Welle der künstlichen Intelligenz verhindern will.

Vor diesem Hintergrund ist die Offenheit von Android gegenüber KI-Wettbewerb zu einem Schlüsselthema der europäischen Digitalpolitik geworden: Die Entscheidungen in Brüssel bestimmen, wie sich dies in der Praxis auswirken wird. Intelligente Assistenten und KI-Dienste auf den Mobiltelefonen von Millionen Europäern in den kommenden Jahren, und ob die Nutzer tatsächlich die Möglichkeit haben werden, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen, oder ob sie in der Praxis an das Google-Ökosystem gebunden bleiben werden.

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